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Tour de Skiathos – Etappe 8

Datum: 13. Mai 2026 | Von: | Kategorie: Tage/Etappen

Bozen – Trento

64 km. 240 Höhenmeter.
Wieder starten wir bei herrlichem Sonnenschein und schattigen 9 Grad direkt in die Altstadt von Bozen. Auf der Suche nach einem Café. Unsere Villa Jasmin hatte kein Frühstück und mal ganz ehrlich: Ein Kaffee aus dem Pad-Automaten. In Italien. Geht gar nicht.

Also erstmal richtiger Kaffee und ein Panino con Speck im Café. Dabei fällt uns auf: Vor genau einer Woche sind wir um diese Uhrzeit zuhause losgefahren. Was für ein komplett unwirklicher Moment. Vor einer Woche wussten wir noch nicht, was auf uns zukommt, ob die Idee wirklich gut war oder ob wir spätestens hinter Stuttgart kollektiv die geistige Eignung verlieren würden. Also einfach mal machen. Heute sind wir schon fast 650 Kilometer von zuhause entfernt. Trento wartet.

Die Strecke vom Eisack entlang der Etsch ist wirklich ultimatives Radfahrerland. Ein perfekt ausgebauter Radweg kilometerlang durch die Dolomiten. Terra arancione in den Trentiner Weinbergen. Wirklich wunderschön. Obwohl es im Grunde die ganze Zeit nur ganz leicht bergab geht und wir gestern offiziell eine Erholungsetappe hatten, muss ich meinem linken Knie mittlerweile trotzdem vorwerfen, ein ziemlich undankbares Scharnier zu sein. So viel Erholung und das Ding knarzt wie das Tor von einem 500 Jahre alten Klosterhof.

Egal. Wir sind im Endspurt und irgendwann in Trento angekommen. Da wir mit einem 23er Schnitt sehr früh dran waren – und es ist nie zu früh – haben wir uns erstmal eine Pizzeria in der Gegend ausgesucht. Korallo Pizza e Drinks. Und wieder landen wir kulinarisch einen absoluten Volltreffer. Diese Pizza wurde vermutlich im Himmel erfunden. Bei genauer Betrachtung der Eingangstür sind uns dann die unzähligen Preise und Auszeichnungen aufgefallen. „Campione della Pizza Napoletana“, „Autentica Vera Pizza“, irgendwelche goldenen Siegel und italienische Urkunden, die vermutlich bestätigen, dass dort Menschen aus Teig Kunst machen. Unglaublich. Dafür kann man auch mal knapp 700 Kilometer mit dem Fahrrad fahren.

Dann hoch zum Hotel. Endlich mal wieder bergauf. Hat uns direkt gefehlt. Das Hotel selbst: super. Aussicht schon wieder grandios. Zimmer auch top. Und endlich wieder behindertengerechte Duschen. Der Einstieg in diese italienischen Badewannen-Dusch-Kombinationen kann einen nach mehreren Bergetappen durchaus vor größere sportliche Herausforderungen stellen als manche Alpenauffahrt.

Das Hotel ist außerdem extrem bikerfreundlich. Geile Bikebox, Lademöglichkeiten, Werkzeug. Wirklich cool. Apropos Werkzeug: Hier muss jetzt auch endlich mal unsere Technik erwähnt werden. Unsere Bikes kommen von Uli Leber und Susanne Steinert, der Sturmflotte Sylt. Ja, wir kaufen regional. In Sylt. Uli kommt ursprünglich aus Oberhausen und Susanne aus Wiesloch-Walldorf, also zählt das quasi noch als Heimvorteil.

Wir fahren zwei Specialized Turbo Tero 5.0 EQ. Und diese Bikes machen genau das, was sie sollen. Ein Fahrrad, das mit Fahrer und Gepäck auf rund 140 Kilo Gesamtgewicht kommt und dabei so fährt, muss man erstmal finden. Und meist vergebens. Das Handling – selbst bergab mit 50 km/h – ist absolute Weltklasse. Keine Ahnung, ob es Vergleichbares gibt. Susanne & Uli: Wir lieben diese Bikes. Ich habe ja zusätzlich noch ein Turbo Tero 4, natürlich ebenfalls von der Sturmflotte, das inzwischen über 10.000 Kilometer runter hat. Erste Kette und keinerlei Sorgen. Aber das 5.0 ist nochmal eine andere Liga.

Mehr zur Technik gibt’s nach der Tour, falls jemand Fragen hat.

Weiter mit dem Tag. Eine Stunde Siesta. Mit Grappa natürlich. Danach duschen und dann 1,4 Kilometer bergab in die Stadt. Das werden wir später noch bereuen. Ziel: die Osteria Il Cappello. Gefunden! Eine versteckte Eingangstür in einer versteckten Gasse. Angeblich ab 19:30 geöffnet. Der Italiener als solcher hat ja grundsätzlich andere Uhren, aber tatsächlich ging die Tür dann um exakt 19:36 Uhr auf.

Wir treten ein und sind beinahe geschockt.

Wahnsinn. Bellissima.

Dieser Laden hat ein Ambiente zum Niederknien. Italiener können zwar kein Fußball 🤣, aber Stil haben sie. Und davon unerhört viel. Carpaccio. Roastbeef-Fettuccine. Dazu ein Chardonnay aus der Region. Alles ganz großes Tennis. Das können sie halt wirklich. Definitiv besser als Fußball. Hehehe.

Bezahlt. Heimwärts.

Da war ja noch was.

1,4 Kilometer zurück zum Hotel. Zu Fuß. ZU FUSS! Bergsteigen können wir auch.  Gefühlt einmal mit dem Fahrrad erneut über die Alpen. Bergauf natürlich. Nach nur etwa 20 Minuten waren wir dann völlig zerstört wieder im Hotel angekommen. Randbemerkung: Die letzten 50 Meter waren selbst mit 100 % Akku – den wir am Brenner offensichtlich nicht gebraucht hatten – und kleinstem Gang eine absolute Höllenqual.

Zum Glück konnte uns die Hotelbar mit Grappa und Wein beim Auffüllen unserer Akkus helfen.

Jetzt sitzen wir hier mit grandioser Aussicht, müdem Kopf und noch müderen Beinen auf dem Balkon und schreiben diesen Tagesbericht. Sobald ihr ihn lesen könnt, ist er vermutlich halbwegs fertig.

Wir hoffen, euch wieder ein bisschen unterhalten zu haben und freuen uns auf die nächste Etappe.

Gute Nacht und bis morgen.

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