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Tour de Skiathos – Tag 7

Datum: 13. Mai 2026 | Von: | Kategorie: Tage/Etappen

Brixen – Bozen

Tag 7.
Brixen nach Bozen.
Eine von zwei offiziellen Erholungsetappen.

Wobei „Erholung“ inzwischen auch einfach bedeutet, dass man unter 100 Kilometer ohne nennenswerte Steigungen fährt und nur noch mittelschwer leidet – auf den letzten Etappen hatten die Getränke weniger % als die Steigungen …

Aufgrund der überraschend einfachen Etappe und einiger wohlverdienter Ehrenrunden an der Bar (das obige % Verhältnis auf den Kopf gestellt) nach erfolgreicher Überquerung unserer Königsetappe am Vortag, haben wir unser wirklich wunderbares Hotel in Brixen erst gegen 10:30 Uhr verlassen.

Absolute Profi-Startzeit.

Das Wetter: sensationell.
Blauer Himmel. Sonne. Endlich keine Mischung aus Wind, Regen, Alpen und persönlicher Krise.

Nach nur 48 Kilometern war die Villa Jasmin mitten im Zentrum von Bozen erreicht.

Und Bozen?
Schön. Wirklich schön.

Man merkt langsam deutlich:
Es wird italienischer.

Die Häuser.
Die Menschen.
Das Essen.
Die Sprache.
Und vor allem diese Mischung aus Gelassenheit und völliger Verkehrsverwirrung. Man hat den Eindruck, sich auf den Busbahnhof im Zentrum Mailands zu befinden – auch wenn die Stadt wunderschön ist, Stadtverkehr ist doof!

Die restliche Strecke selbst war heute fast schon unanständig angenehm.
520 Höhenmeter bergab.
230 bergauf.

Im Prinzip also Wellnessradfahren.

Wobei natürlich trotzdem irgendwas weh tut.
Der Körper hat inzwischen beschlossen, dass Schmerzen einfach zum normalen Betriebszustand gehören.

Nach der Ankunft erstmal kurze Siesta.

Dann wurde sowohl uns selbst als auch den qualmenden Socken und Shirts eine dringend notwendige Reinigung gegönnt, um akute Geruchsbelästigungen gegenüber Mitmenschen zu vermeiden.

Man will ja international keinen schlechten Eindruck hinterlassen.

Danach direkt ins vorab reservierte Wirtshaus.

Kulinarisch wird’s jetzt endgültig italienisch.

Bruschetta: überragend.

Salat: natürlich ohne Dressing.

Italien eben.

Hier bekommt man Öl, Essig, Salz und Pfeffer hingestellt und darf den Rest selbst erledigen.

Was grundsätzlich kein Problem wäre, wenn inzwischen nicht wirklich jeder zusätzliche Handgriff als schwere, nicht einkalkulierte körperliche Arbeit empfunden würde.

Zumindest bei mir machte sich dann doch ein leichter Hangover bemerkbar.

Wobei „leicht“ vermutlich unter medizinischen Gesichtspunkten schon eher Richtung mittlere Kreislaufentzündung ging.

Darauf ein Wiener Schnitzel.
Nicht Wiener Art.
Ein echtes.

Dazu ein Bier.

Dann zurück aufs Zimmer.

Etappe 7 beendet.

Ab diesem Zeitpunkt setzte ein nahezu komatöser Zustand ein.

Aufgewacht wird vermutlich irgendwann gegen 6:30 Uhr morgens.

Falls nicht, einfach Akku laden und neu starten.

Was man aber wirklich zum wiederholten Mal festhalten muss:

Diese Landschaften hier unten in Südtirol sind absurd schön.

Flüsse mit diesem türkisfarbenen Wasser.
Massive Felswände.
Kleine Kirchen zwischen Weinbergen.
Orte, die aussehen, als hätte jemand sie absichtlich für Postkarten gebaut.

Und genau das ist vermutlich das größte Geschenk dieser Reise:

Man fährt nicht einfach durch die Gegend.

Man erlebt sie.

Meter für Meter.

Und jetzt reicht’s auch für heute. Gute Nacht aus Bozen.

P.S.: Text am Folgetag verfasst, aus Gründen der körperlichen und geistigen Verfassung.

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